Schon bei der ersten Begegnung zwischen Thelma und Anja in der Universitätsbibliothek haut es Thelma buchstäblich vom Stuhl, sie bekommt einen Anfall. Die schüchterne, etwas weltfremd wirkende junge Frau wird auf Epilepsie untersucht. Bald aber zeigt sich, dass sie es mit Kräften zu tun hat, bei denen die Schulmedizin nicht mehr weiter weiß. Thelma beginnt nachzuforschen und erfährt immer mehr über ihre verdrängte Familiengeschichte. Joachim Trier versteht es in seinem Psychothriller meisterhaft, das Mosaik Stück für Stück zusammenzufügen – in eleganten und zugleich äußerst intensiven Bildern. Getragen wird der Film jedoch vor allem von seiner fantastischen Hauptdarstellerin Eili Harboe. Dass „Thelma“ der diesjährige norwegische Vorschlag für die Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film ist, verwundert nicht. Ein würdiger Nachfolger von Brian De Palmas „Carrie“.